{"id":10130,"date":"2023-09-06T13:25:16","date_gmt":"2023-09-06T12:25:16","guid":{"rendered":"https:\/\/frank-vohle.de\/?p=10130"},"modified":"2023-09-22T18:45:45","modified_gmt":"2023-09-22T17:45:45","slug":"test","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/didaktikbuero.de\/?p=10130","title":{"rendered":"Wissens \u00fcber\u2018n Gartenzaun werfen"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 31.08.2023 fand in Essen das&nbsp;<a href=\"https:\/\/digi-ebf.de\/etrf2023\">EdTech-Forum<\/a>&nbsp;der Universit\u00e4t Duisburg statt. Ich dachte erst: \u201eEdTech\u201c, da sind alle Bildungsunternehmen Deutschlands am Start, aber weit gefehlt. EdTech steht f\u00fcr \u201eEducation &amp; Technology\u201c, was man gut mit \u201eBildungstechnologien\u201c \u00fcbersetzen kann. Professor&nbsp;<a href=\"https:\/\/learninglab.uni-due.de\/users\/michael-kerres\">Michael Kerres<\/a>&nbsp;\u2013 Lehrstuhlinhaber f\u00fcr Mediendidaktik und Wissensmanagement \u2013 hatte zusammen mit seinem Team nach Essen eingeladen, um im Rahmen des \u201e<a href=\"https:\/\/digi-ebf.de\/das-metavorhaben\">Meta-Vorhabens<\/a>&nbsp;des BMBF\u201c die M\u00f6glichkeiten und Grenzen einer gestaltungs- bzw. designorientierten Didaktik im Kontext prim\u00e4r technologiebasierten Lernens zu diskutieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Keynote hatte&nbsp;<a href=\"https:\/\/gabi-reinmann.de\/\">Gabi (Reinmann)<\/a>&nbsp;von der Universit\u00e4t Hamburg, die mit \u201eResearch through Design\u201c den Tag er\u00f6ffnete und mit ihren neuen Design-Modell ein Denk- und Sprachangebot lieferte, um den notorisch unterbelichteten \u201eMethodologie-Fleck\u201c in der gestaltungsorientierten (Hochschul-)Didaktik aufzuhellen. Das Neue (gegen\u00fcber bisherigen Modellen) m\u00fcndet f\u00fcr sie in drei generischen Entwurfshandlungen, n\u00e4mlich ver\u00e4ndernde, untersuchende und ordnende T\u00e4tigkeiten, mit der m\u00f6gliche, wirkliche und verstandene Wirklichkeiten bearbeitet werden. \u201eGleichzeitigkeit\u201c und \u201eOszillation\u201c sind neue Vokabeln, die \u201eLinearit\u00e4t\u201c und \u201ePhase\u201c abl\u00f6sen. Worum es Gabi auch ging: um einen&nbsp;<em>paradigmatischen<\/em>&nbsp;Vorschlag, bei dem \u201eDesign\u201c zum leitenden Moment des Erkennens wird, was Folgen f\u00fcr die wissenschaftlichen Standards und die Rolle der Empirie mit sich bringt (vgl.&nbsp;<a href=\"https:\/\/journals.sub.uni-hamburg.de\/EDeR\/libraryFiles\/downloadPublic\/46\">Reinmann<\/a>, 2023). Das muss man sacken lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit&nbsp;<a href=\"https:\/\/wwwold.mathematik.tu-dortmund.de\/de\/personen\/person\/Susanne+Prediger.html\">Susanne Prediger<\/a>&nbsp;von der TU Dortmund war eine Forscherin live anwesend, die ich immer schon mal h\u00f6ren wollte: Sie verbindet Gestaltungsorientierung in der Mathematikdidaktik mit dem Designgegenstand \u201eVideo\u201c. In ihrem Workshop wurde klar, dass Erkl\u00e4rvideos gro\u00dfes Potenzial haben, dass man Matheaufgaben erfolgreich bew\u00e4ltigt, aber weniger daf\u00fcr geeignet sind, Mathe zu verstehen. Ha, da gibt es also einen Unterschied&nbsp;\ud83d\ude0a. Interaktive Videos mit Fragen, Hinweisen etc. sollen dieses Defizit umgehen. Ihr Video-Beispiel zum selbst Ausprobieren war nachvollziehbar und es wurde auch schnell einsichtig, warum man hier X Entw\u00fcrfe und Iterationen braucht, damit man den \u201eKern von Missverstehen\u201c (in der Mathematik) gefunden hat und eben der \u201eIllusion von Verstehen\u201c nicht mehr erliegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich war ich noch im Workshop von&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.die-bonn.de\/institut\/mitarbeitende\/117\">Peter Brandt<\/a>&nbsp;vom Deutschen Institut f\u00fcr Erwachsenbildung, der mit Kollegen (Zeitschrift weiter:bilden) ein Innovations-Netzwerk vorstellte, in dem sich Akteure aus Wissenschaft, Praxis und Politik austauschen k\u00f6nnen und sollen. Hier fiel unter anderem der Satz, dass Wissenstransfer mehr ist als \u201eWissen \u00fcber den Gartenzaun\u201c zu werfen \u2026, sondern? Im Konzept der Perspektivenverschr\u00e4nkung, also einem \u201eaktiven Verarbeiten\u201c von Wissensangeboten unterschiedlicher Herkunft war die L\u00f6sung angedeutet. Klar ist, dass in dieser Unterst\u00fctzung von Ko-Konstruktion das Wohl und Wehe gelungenen Austauschs liegt. Wie das genau im Netzwerk funktioniert, blieb noch offen, aber mich interessiert dieser Punkt brennend, weil Verstehen und Verst\u00e4ndigung zentrale Themen sind, auf die fast alles in dieser verr\u00fcckten Welt hinausl\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p>Allein diesen drei Impulsen war anzumerken, dass eine gestaltungsorientierte Didaktik dann zielf\u00fchrend ist, wenn sich Akteure aus Wissenschaft und Praxis auf \u201eechte Komplexit\u00e4t\u201c, d.h. Bildungswirklichkeit einlassen (m\u00fcssen), um gemeinsam Probleme zu sichten und gemeinsam Probleme zu l\u00f6sen. Dass das nicht mit \u201eDurchwurschteln\u201c verwechselt werden darf, sondern mit methodischer und intersubjektiver Nachvollziehbarkeit zu tun ist, war Thema und Anspruch des Tages.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 31.08.2023 fand in Essen das&nbsp;EdTech-Forum&nbsp;der Universit\u00e4t Duisburg statt. Ich dachte erst: \u201eEdTech\u201c, da sind alle Bildungsunternehmen Deutschlands am Start, aber weit gefehlt. EdTech steht f\u00fcr \u201eEducation &amp; Technology\u201c, was man gut mit \u201eBildungstechnologien\u201c \u00fcbersetzen kann. 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