{"id":8785,"date":"2005-07-11T00:00:00","date_gmt":"2005-07-10T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frank-vohle.de\/?p=8785"},"modified":"2018-08-31T20:04:12","modified_gmt":"2018-08-31T19:04:12","slug":"sowohl-als-auch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/didaktikbuero.de\/?p=8785","title":{"rendered":"Sowohl-als-Auch"},"content":{"rendered":"<p>Gestern hatten wir unser Dorktorandenkolloquium. Ich war auch dabei, nicht nur weil ich Zeit hatte, sondern weil mich die neusten Entwicklung von Silke und Norbert interessieren. &Uuml;ber Silke kann ich gar nicht viel schreiben &#8230; alles geheim :-). Norberts Beitrag sah dieses mal die Methodik vor, da bin ich auch nicht so gut. Mit Norbert werde ich mich sicher noch &uuml;ber den von Ihn fokussierten Erz&auml;hlen 4 Begriff austauschen. Nur viel mir gestern auf, dass das Bestreben, eine <em>wissenschaftliche<\/em> Arbeit zu schreiben allzu schnell dazu verleitet, das anf&auml;nglich attraktive Moment, n&auml;mlich das Feinstoffliche, aus den Augen zu verlieren. Wissenschaftlich heisst: z&auml;hlbares zum Ma&szlig; aller Dinge zu machen, weil es ja damit handfest wird. Es ist ein Dilemma, wenn man mit einem wissenschaftlichen Methodennetz das Fl&uuml;chtige einfangen will. Abschlie&szlig;end haben wir noch &uuml;ber Beck&#39;s Entgrenzungstext gesprochen. Die Runde war nicht so begeistert von Becks Sichtweisen, weil er entweder zu unscharf formuliert war oder mit der reflexiven Moderne nichst neues gesagt wurde &#8211; so Ellen und R&uuml;diger. Hmmm. Warum war ich so angetan? Sebastian hat mich das nach dem Treffen gefragt (ich selbst sage in der Runde wenig, weil ich lange brauche, um die Eindr&uuml;cke der anderen zu verarbeiten). Ja mich hat der Text &uuml;berzeugt, weil darin etwas f&uuml;r mich erlebbares beschrieben wurde, etwas was ich &uuml;berall unscharf sehe, f&uuml;r was ich aber bisher keine Begriffe hatte. So erleben ich mit meiner Familie (Patchwork) dieses sowohl als auch zwischen Familie (Emotional) und Nicht-Familie (Rechtlich); Dusselk&ouml;ppe sagen, das mir das egal sein soll, aber darum geht es ja gerade nicht, es geht um das Ph&auml;nomen und darum, nach welchen Referenzsystem ich dieses Ph&auml;nomen beurteile. Ich habe es erlebt in G&uuml;ldenpfennigs theoretischen Ausarbeitungen, wo es ihm darum ging, die System-Identit&auml;t des Sports genau zu bestimmen, damit man den Grenzverkehr zwischen den Systemen Sport und Wirtschaft &uuml;berhaupt legitimieren kann. Wenn man das nicht tut, wer will dann noch sagen, was der Sport sich sonst noch alles bieten lassen soll? Der Ausverkauf der Olymischen Idee zum reinen Komerz ist doch fraglich genug. Und mit gleicher Logik frage ich derzeit im Verein f&uuml;r <a href=\"http:\/\/oekonomie-und-bildung.de\/\">&Ouml;konomie und Bildung e.V.  <\/a>wie der Grenzverkehr zwischen Wirstchaft und Schule aussehen soll? Wenn Sebastian sagt, dass in Amerika in den Klassenzimmern Werbebl&ouml;cke im TV laufen, dann regt man sich dar&uuml;ber auf. Aber warum regt man sich auf, auf welcher Basis kann man sagen: &quot;Das finde ich nicht gut!&quot; Welche normative Vorstellung von Schule (Funktionslogik, Leitdiffernez) steckt dahinter? Ver&auml;ndert der Kontakt, die Kooperation mit der Wirtschaft diesen zentralen Sinn von Schule? Und wenn ja, bis an welche Grenze wollen wir die Schule zu einer &ouml;konomischen Schule machen? Mir geht es nicht darum, alte Grabenk&auml;mpfe aufzutun, sondern nur ganz genau zu fragen, wie der Grenzverkehr aussieht und nach welcher Referenz wir den Verkehr zwischen den Systemen f&ouml;rdern, aber dann auch mit gleich Kraft und begr&uuml;ndeter Legitimation ablehnen wollen. Oder was haben wir in der Hand, wenn ein Computerhersteller morgen kommt und sagt: &quot;wir wollen die Schule x finanzieren, daf&uuml;r aber einne Teil der (Aus)Bildung nach Ma&szlig;gabe unserer Firma gestalten&quot;. Ja und an dieser Stelle sind Sebastian und ich verschiedener Meinung: beide finden die &Ouml;konomisierung bedenklich bis erschreckend und suchen nach Alternativen, wenn der Staat sich zur&uuml;ckzieht. Mein Ansatz ist der, dass ich den Imperalismus der &Ouml;konomie als Realit&auml;t (an)erkenne und nun nach Wegen suche, wie man das &ouml;konomische Kalk&uuml;l mit den eigenen Waffen schl&auml;gt. Mir geht es darum, dass man die Diskussion zum Nutzenbegriff wiederbelebt, wie es in der &ouml;konomischen Dogmengeschichte abzulesen ist. Sebastian glaubt nicht daran, dass die &Ouml;konomie selbst zu einem besseren f&uuml;hrt und setzt auf die Revolution von unten; deshalb u.a. sein starkes Engangement in der Blogging Szene und der Glaube an die Gestaltbarkeit der Gesellschaft von unten. Uns beide juckt es aber, dass in unserer Gesellschaft derzeit alles vom &ouml;konomischen Kalk&uuml;l bestimmt wird und das man etwas tun muss, um die Folgen und Folgen der Folgen sichtbar zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern hatten wir unser Dorktorandenkolloquium. Ich war auch dabei, nicht nur weil ich Zeit hatte, sondern weil mich die neusten Entwicklung von Silke und Norbert interessieren. &Uuml;ber Silke kann ich gar nicht viel schreiben &#8230; alles geheim :-). Norberts Beitrag sah dieses mal die Methodik vor, da bin ich auch nicht so gut. 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