{"id":8922,"date":"2010-06-06T00:00:00","date_gmt":"2010-06-05T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frank-vohle.de\/?p=8922"},"modified":"2018-08-31T20:04:50","modified_gmt":"2018-08-31T19:04:50","slug":"didaktiker-haben-keine-sprache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/didaktikbuero.de\/?p=8922","title":{"rendered":"Didaktiker haben keine Sprache"},"content":{"rendered":"<p><img class=\"lazyload\" decoding=\"async\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27165%27%20height%3D%27159%27%20viewBox%3D%270%200%20165%20159%27%3E%3Crect%20width%3D%27165%27%20height%3D%27159%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"\/wp-content\/uploads\/archive\/mustera.png\" alt=\"\" hspace=\"5\" width=\"165\" height=\"159\" align=\"left\" \/>\u2026 so oder so \u00e4hnlich habe ich das vorgestern im Doktoranden-Kolloquium gesagt. Aber der Reihe nach. Im Kolloquium gab es zwei Redner:<a href=\"http:\/\/lernen-unibw.de\/silvia-sippel\"> Silvia Sippel<\/a> hat erste Grundlinien ihrer Arbeit vorgestellt, bei der es um den Zusammenhang von (didaktischen) Mustern und Assessement geht, gehen soll. W\u00e4hrend sie zum Thema Assessement an Hochschulen aus dem Vollen sch\u00f6pfen kann (siehe ihre Masterarbeit), ist der Link zu den Mustern noch relativ offen, was aber gar nicht schlimm ist. Sicher werden sich \u00fcber die anstehende (online) Befragung spezifische Fragen an die ohnehin noch junge Musterforschung ergeben.<\/p>\n<p>Im Folgenden hat <a href=\"http:\/\/www.xing.com\/profile\/Christian_Kohls\">Christian Kohls<\/a> \u00fcber SEIN Thema gesprochen: Muster! Zum Teil deckte sich das mit dem, was er bei<a href=\"http:\/\/connect.iwm-kmrc.de\/p43129003\/\"> e-teaching.org<\/a> schon gesagt hatte. So stand seine Wanderanalogie \u00fcber weite Strecken im Zentrum, weil sich an ihr das Konzept der Wirkkr\u00e4fte besonders gut darstellen l\u00e4sst. Mit seiner Erkl\u00e4rung haben wir gut verstehen k\u00f6nnen, dass es auf Seiten des Wanderers und der Landschaft sowohl negative als auch positive!! Wirkkr\u00e4fte gibt. Im Kontext ergeben sich somit in Abh\u00e4ngigkeit vom Start- und Zielpunkt sehr unterschiedliche L\u00f6sungsoptionen.<\/p>\n<p>Aber nat\u00fcrlich hatte Christian noch mehr im Gep\u00e4ck: Angestachelt durch Gabis<a href=\"http:\/\/gabi-reinmann.de\/?p=2028\"> Esoterik-Vorwurf<\/a>\u00a0;-)\u00a0<span>hat er das Konzept der Ganzheitlichkeit verteidigt. F\u00fcr Christian ist Ganzheit\/ Ganzheitlichkeit ein GestaltungsRAUM (Form), ein Modell, aber kein Prototyp! An dieser Stelle wurde es sehr interessant, denn hier ging es darum, wie Muster zu Mustern werden: durch Abstraktion? Nein, nicht allein, denn in der Abstraktion l\u00f6st sich die Form auf, die Idee (= das Wesen) der Sache geht verloren. Leider war es zu diesem Zeitpunkt schon 17 Uhr, das offizielle Ende der Veranstaltung.<\/span><\/p>\n<p><span>Ich wei\u00df nicht, wie es den anderen gegangen ist, aber hier an dieser Stelle springt der Frosch ins Wasser (w\u00fcrde Ulrich Fahrner sagen). Ich meine, zu der Strategie der Abstraktion (impliziert die Dimension Granularit\u00e4t?) m\u00fcsste noch ein zweites, komplement\u00e4res Prinzip hinzukommen: die Analogie, das analoge Prinzip? Christian und ich hatten fr\u00fcher schon einmal \u00fcberlegt, ob <a href=\"\/node\/183\">Pattern Analogien<\/a> sind. Christian argumentierte damals, dass es zwei Seiten derselben Medaille sind. Wenn das stimmt, dann m\u00fcsste man fragen, ob diese beiden Seiten nicht unterschiedliche Beitr\u00e4ge\/Qualit\u00e4ten &quot;zum Ganzen&quot; einbringen k\u00f6nnen. Bei der <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Analogy\">Analogie<\/a> unterscheidet man ja zwischen (a) Oberfl\u00e4chen\u00e4hnlichkeit (was ist sichtbar gleich\/\u00e4hnlich), (b) Funktions\u00e4hnlichkeit (Struktur\/ Prinzip) und (c) dem analogen Zweck (Holyoak\/ Thagard: Multiconstrainttheory). Vielleicht ist der Musterbildungsprozess sowohl durch ein Abstrahieren (Suche nach allgemeinen, dekontextualisierten Merkmalen) <em>als auch<\/em> durch ein Analogisieren (Suche nach spezifischen, re-kontextualisierten Merkmalen) gekennzeichnet! In dieser Form h\u00e4tte man die beiden Anforderungen realisiert, dass n\u00e4mlich didaktische Muster sowohl gestaltbar als auch gestalthaftig\/ -gebend sind!<\/span><\/p>\n<p>Gut, \u2026 und was war nun mit der Sprachlosigkeit der Didaktiker? Wir kamen immer wieder an den Punkt, dass die \u00dcbertragung von Gestaltprinzipien in den Kontext der P\u00e4dagogik, des Unterrichts schwierig ist. Was die gemeinsame Gestalt innerhalb einer Punktewolke ist, \u201esehen\u201c wir unmittelbar, die Wolke. Wie erkennt man aber eine gute Gestalt von Unterricht? Wie beschreibt man die Gestalt? In diesem Zusammenhang erw\u00e4hnte Christian, dass es innerhalb der Informatik eine Mustersprache gibt, mit der sich Experten gut unterhalten k\u00f6nnen. Meine These war, dass es sowas in der Didaktik, genauer zum Unterricht, nicht gebe. Nat\u00fcrlich gibt es Methodenkataloge, Unterrichtsbeispiele, didaktische Taxonomien<span style=\"font-size: 12pt; line-height: 115%\"> <\/span><span>und auch erste Projekte zu didaktischen Mustern (meist im Bereich e-Learning). Wenn ich mich aber an mein P\u00e4dagogikstudium erinnere, dann wurde einer Unterrichtssprache (und jetzt kommt es) mit dem Fokus auf Kontext-, Problem- L\u00f6sungssequenzen wenig bis kein Raum gegeben. Stattdessen standen didaktische Modelle  (Berliner\/ Hamburger Didaktik), Bildungsphilosophie (Humboldt &amp; Co.) und Fachdidaktik auf dem Plan, also eine Sprache \u00dcBER Unterricht. Mir ist dieser Unterschied wichtig: wir k\u00f6nnen einigerma\u00dfen gut \u00fcber Unterricht und seine philosophisch-didaktischen Unter- oder \u00dcberbau sprechen, aber eine Sprache des Unterrichts, mit der Didaktiker (und die, die es werden wollen!!!) ihre Ideen, Konzepte, L\u00f6sungen <em>austauschen<\/em> k\u00f6nnen, geht uns ab. Sehe ich da was falsch?<\/span>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 so oder so \u00e4hnlich habe ich das vorgestern im Doktoranden-Kolloquium gesagt. Aber der Reihe nach. Im Kolloquium gab es zwei Redner: Silvia Sippel hat erste Grundlinien ihrer Arbeit vorgestellt, bei der es um den Zusammenhang von (didaktischen) Mustern und Assessement geht, gehen soll. 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