{"id":8929,"date":"2010-09-04T00:00:00","date_gmt":"2010-09-03T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frank-vohle.de\/?p=8929"},"modified":"2018-08-31T20:04:30","modified_gmt":"2018-08-31T19:04:30","slug":"kein-auge-zugemacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/didaktikbuero.de\/?p=8929","title":{"rendered":"Kein Auge zugemacht"},"content":{"rendered":"<p>\nIn den letzten 14 Tagen habe ich zwei Artikel intensiver gelesen: denjenigen zur \u201e<a href=\"http:\/\/2headz.ch\/blog\/2010\/08\/artikel-sichtbarkeit-von-lehre\/\">Sichtbarkeit der Lehre<\/a>\u201c von Mandy und Hr. Eugster und <a href=\"http:\/\/www.hwr-berlin.de\/fileadmin\/downloads_internet\/publikationen\/Birie_Gebildet_sein.pdf\">Bieri\u2018s knappe Rede<\/a> zur Frage, was Bildung ausmacht. So ist es zu erkl\u00e4ren, warum ich mich in ein n\u00e4chtlichens Gedankenexperiment verstrickt habe, bei dem es darum ging, eine \u201eMetapher\u201c f\u00fcr den UNTERSCHIED von Bildung und Ausbildung zu finden. Bieri sagt, es ginge bei der Bildung \u201eum alles\u201c; Ausbildung sei etwas ganz anderes. Die Frage ist: Warum vertauschen wir \u2013 also jenseits des Liebhabermarkts \u2013 die beiden Begriffe so oft, warum dr\u00e4ngen wir nicht viel mehr auf die eigene Qualit\u00e4t von Bildung? Meine vorl\u00e4ufige Antwort: weil es auch so geht!\n<\/p>\n<p>\nBei der Suche nach dem Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung ist mir die Sichtbarkeitsmetapher wieder in den Sinn gekommen. Bildung wurde und wird oft mit \u201eSehen\u201c verglichen. Die Gegen\u00fcberstellung vom Sehenden und Blinden passt aber nicht, der \u00dcbergang ist zu stark. Vielmehr glaube ich, dass sich Ausbildung zu Bildung verh\u00e4lt wie das ein\u00e4ugige zum zwei\u00e4ugigen Sehen.\n<\/p>\n<p>\n<img class=\"lazyload\" decoding=\"async\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27476%27%20height%3D%27125%27%20viewBox%3D%270%200%20476%20125%27%3E%3Crect%20width%3D%27476%27%20height%3D%27125%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"\/wp-content\/uploads\/archive\/Bild_0.jpg\" alt=\"\" width=\"476\" height=\"125\" align=\"absmiddle\" \/>\n<\/p>\n<p>\nBleibt man in diesem Bild (Analogie), dann ist der Mehrwert des zwei\u00e4ugigen (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Binokularsehen\">binokularen<\/a>) Sehens der, dass man \u201er\u00e4umlich tiefer\u201c sehen kann, dass man den \u201eRandbereich\u201c des Sichtfeldes besser unter Kontrolle hat und das man z.B. ein sich bewegendes Objekt \u201eleichtf\u00fc\u00dfig\u201c fixieren kann. Wie man sieht, stecken in diesem Bild weitere Metaphern: Tiefensehen, R\u00e4nderkontrolle, Leichtf\u00fc\u00dfigkeit, die man mit etwas gutem Willen z.B. den kritischem Denken zuordnen kann. Und was bringt dieses zwei\u00e4ugige Sehen nun? Die Welt \u201eda drau\u00dfen\u201c, kann ich auch mit einem Auge gut genug beobachten. Ist das zweite Auge also Luxus?\n<\/p>\n<p>\nWahrscheinlich scheiden sich an diesem Punkt die Geister, also nicht beim Auge, da sieht es jeder aus eigener Einsicht ein. Aber beim Unterschied von Ausbildung und Bildung und vor allem bei den notwendigen Investitionen, die ein Staat, eine Organisation, aber auch jeder Einzelne in das \u201ezweite Auge\u201c stecken muss. Wahrscheinlich sind wir vom abnehmenden Grenznutzen schon so sehr beseelt, dass die Investition in ein weiteres Auge (Bildung) aus der Sicht der Augenmacher als v\u00f6llig unsinnig erscheint. Was also tun? Sicherlich helfen letztlich keine erkenntnisleitenden Metaphern oder andere Einsichtshelfer, sondern die Evolution wird zeigen, ob wir in einer sog. Wissensgesellschaft das zweite Auge brauchen oder \u2026 einfach darauf verzichten k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten 14 Tagen habe ich zwei Artikel intensiver gelesen: denjenigen zur \u201eSichtbarkeit der Lehre\u201c von Mandy und Hr. Eugster und Bieri\u2018s knappe Rede zur Frage, was Bildung ausmacht. 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