{"id":8983,"date":"2012-11-08T00:00:00","date_gmt":"2012-11-07T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frank-vohle.de\/?p=8983"},"modified":"2018-08-31T20:04:30","modified_gmt":"2018-08-31T19:04:30","slug":"interdisziplinaritaet-funktioniert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/didaktikbuero.de\/?p=8983","title":{"rendered":"Interdisziplinarit\u00e4t funktioniert"},"content":{"rendered":"<p>\n<img class=\"lazyload\" decoding=\"async\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27270%27%20height%3D%27158%27%20viewBox%3D%270%200%20270%20158%27%3E%3Crect%20width%3D%27270%27%20height%3D%27158%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"\/wp-content\/uploads\/archive\/rapid.png\" alt=\"\" hspace=\"5\" width=\"270\" height=\"158\" align=\"left\" \/>Gestern war ich auf einer Tagung des Deutschen Hochschulverbandes (<a href=\"http:\/\/www.hochschulverband.de\/cms1\/fachtagungen.html\">dhv<\/a>) in Bonn. <a href=\"http:\/\/gabi-reinmann.de\/?p=3543\">Gabi<\/a> konnte dort einen sch\u00f6nen Vortrag zur Frage des \u201eDigitalen Denkens&quot; aus bildungswissenschaftlicher Sicht halten und ich nutze solche Gelegenheiten als Mitreisender immer zur \u201eBeobachtung der Energiestr\u00f6me&quot; im Raum, wie es einst Herr Hofer-Alfeis nannte. Neben vielen interessanten Aspekten wurde eben auch die Frage behandelt, WIE, also mit welchen Mitteln, die Wissenschaft Ph\u00e4nomene rund um das digitale Denken beforschen k\u00f6nne. Schon die Zusammensetzung der Diskutanten lie\u00df erkennen, dass Analyse und Intervention erfolgreich nur im Schulterschluss mit mehreren Disziplinen zu erwarten sind. Wie immer bei solchen \u201eGro\u00dfkopfthemen&quot; fallen dann gern Begriffe wie \u201eInterdisziplinarit\u00e4t&quot; oder der kleine Bruder &quot;multidisziplin\u00e4r&quot; &#8230; in jedem Fall wird die Hoffnung artikuliert, dass viele Perspektiven notwendig sind, um das Ph\u00e4nomen in seiner Ganzheit zu verstehen.\n<\/p>\n<p>\nZumindest ein Forscher (Gigerenzer) sagte klar, dass Interdisziplinarit\u00e4t \u201efunktioniere&quot;, man \u201ebetreibe&quot; das schon seit 15 Jahren am Max-Planck-Institut. Ich teile diese Hoffnung nicht oder besser, nicht so bedingungslos. Schauen wir beispielhaft in die Sportwissenschaft: An der Deutschen Sporthochschule K\u00f6ln sind ca. 20 unterschiedliche Lehrst\u00fchle vertreten, von Sportphilosophie, Sport\u00f6kologie, Sport\u00f6konomie, Sportinformatik bis Sportp\u00e4dagogik, Sportmedizin, Biochemie &#8211; dazwischen eine Reihe von Bewegungs- und Spielwissenschaften. \u201eHerrlich&quot; k\u00f6nnte man denken, ein Paradies f\u00fcr alle disziplin\u00e4ren Vielfalter. Doch in der Realit\u00e4t ist es nun nicht so, dass alle zusammen und gemeinsam das Ph\u00e4nomen Sport erkunden, sondern sich hier bestenfalls Teilgruppen mit geringer paradigmatischer Spreizung zusammentun, also z.B. Bewegungswissenschaft mit Robotik. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn man will die Zeit nicht mit zeitraubendem Aushandeln des Erkenntnisparadigmas vertun, sondern idealerweise innerhalb eines Paradigmas die Ressourcen b\u00fcndeln, ohne dass epistemische Irritationen einen aus der Bahn werfen.\n<\/p>\n<p>\nMan sollte also Projekte, die tats\u00e4chlich um ein neues, gemeinsames Paradigma ringen, nicht mit solchen zusammenwerfen, die zwar mehrere Disziplinen kombinieren, deren Vertreter aber doch alle dieselben Glaubenss\u00e4tze befolgen. Der Wille oder Unwille zur Zusammenarbeit macht sich an den Glaubenss\u00e4tzen fest. So ist zu verstehen, warum zwischen P\u00e4dagogen und Psychologen manchmal die Gr\u00e4ben tiefer liegen als zwischen P\u00e4dagogen und Informatikern. Was also kann man tun? Tja, auch hier keine Rezepte, klar, aber vielleicht mehr dar\u00fcber sprechen, wann, wie, warum unter welchen Zusatzbedingungen inter- oder transdisziplin\u00e4res Arbeiten und Forschen klappt. Nat\u00fcrlich sollte jeder dann auch sagen k\u00f6nnen, was er\/sie meint wenn gesagt wird: \u201eEs klappt!&quot;.\n<\/p>\n<p>\nP.S. Oben im Bild &quot;aufgebockte&quot; Hochtechnologie (der Transrapid im Technikmuseum, in unmittelbare N\u00e4he vom Tagungsort).\u00a0 Schon irre &#8230; man fragt sich unweigerlich: <em>Wohin wollen wir eigentlich?<\/em>\n<\/p>\n<p>\nPPS: Hier ein \u00e4lterer (und reichlich leidenschaftlicher) <a href=\"http:\/\/www.info-parkour.de\/archiv\/studium\/%C2%BBdas-%E2%80%BAganze%E2%80%B9-fallt-nicht-vom-himmel-%C2%AB\/\">Beitrag<\/a> zur interdisziplin\u00e4ren Lehre.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern war ich auf einer Tagung des Deutschen Hochschulverbandes (dhv) in Bonn. 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