{"id":9026,"date":"2014-06-09T00:00:00","date_gmt":"2014-06-08T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frank-vohle.de\/?p=9026"},"modified":"2018-08-31T20:04:49","modified_gmt":"2018-08-31T19:04:49","slug":"einfach-knopf-druecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/didaktikbuero.de\/?p=9026","title":{"rendered":"Einfach Knopf dr\u00fccken"},"content":{"rendered":"<p><img class=\"lazyload\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin-left: 10px; margin-right: 10px;\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27256%27%20height%3D%27193%27%20viewBox%3D%270%200%20256%20193%27%3E%3Crect%20width%3D%27256%27%20height%3D%27193%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"\/wp-content\/uploads\/archive\/blog1.png\" alt=\"\" width=\"256\" height=\"193\" \/>Der Kern unserer Arbeit bei Ghostthinker besteht darin, Menschen in Bildungsorganisationen (insbesondere Sport) f\u00fcr \u201eSocial Video Learning\u201c zu begeistern und ihnen bei der tats\u00e4chlichen Umsetzung zu helfen, kurz: dass sie Videos drehen (auch Videos, auf denen sie selber zu sehen sind), dass sie Videos kommentieren (kommentieren hei\u00dft interpretieren) und dass sie Videokommentare von anderen kommentieren (re-kommentieren hei\u00dft aushandeln). Wenn man will, dann kann man in dieser \u201eVideoarbeit\u201c bedeutsame Lernm\u00f6glichkeiten entdecken, angefangen von der Beobachtung zweiter Ordnung, \u00fcber die Explikation von implizitem Wissen und das identit\u00e4tsstiftende Aushandeln von Meinungen bis zur Schaffung von organisationaler Koh\u00e4renz. Das steckt also alles da drin, in diesem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=nBovhXbfoqU\">Social Video Learning<\/a> \u2013 potenziell!<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Zwischen dem Potenzial und der Realit\u00e4t gibt es freilich eine Kluft. Die ist in Sportkontexten klein, weil die Videokamera ein \u201eFreund\u201c aller TrainerInnen ist, die bei der Beobachtung hilft. In universit\u00e4ren Kontexten ist die Kluft mittelgro\u00df, weil das Thema Lernen \u201ean sich\u201c dazu geh\u00f6rt und man sich mit guten Gr\u00fcnden nicht verweigern kann. In \u00c4rztekontexten ist die Kluft z.B. gro\u00df, weil \u00c4rzte berufsbedingt an eine Nullfehler-Kultur glauben (m\u00fcssen), was aber den selbstreflexiven Umgang mit Fehlern und Videokamera erschwert.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">In der<a href=\"http:\/\/peter.baumgartner.name\/2014\/05\/16\/10-fowe-social-video-learning\/\"> Forschungswerkstatt<\/a> von Peter Baumgarten haben wir \u00fcber dieses Thema gesprochen, \u00fcber den Umgang mit Videos, \u00fcber die Bereitschaft (oder auch Verweigerung), Videos auch in informellen Situationen zu drehen. In Verl\u00e4ngerung h\u00e4tten wir auch \u00fcber die Bereitschaft sprechen k\u00f6nnen, warum man Videokommentare macht oder eben nicht. Das ist ein psychologisch interessanter Punkt, denn rein technisch ist es ja kein Ding, den Knopf zu dr\u00fccken.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Nun ist die \u201eUnlust zur Kommentierung\u201c nichts Neues. Man schaue sich nur die Weblogs an (selbst die wissenschaftlichen): Man erkennt, dass es nur Vereinzelte tun, im \u00dcbrigen Wiederholungst\u00e4ter. Es sind diejenigen, die bereits im Netz unterwegs sind. Wer schweigt, der schweigt auch hier, wohlbegr\u00fcndet, interessenlos oder aus Angst.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Ich glaube, einer der wesentlichen Punkte beim Thema Kommentierung ist Vertrauen. Deshalb vermute ich in offenen Lernumgebungen weniger Kommentare als in geschlossenen. Ein anderer wesentlicher Punkt ist der Grad an Selbstzentrierung: Ganz schwer sind <a href=\"http:\/\/www.hakgaenserndorf.ac.at\/index.php?id=klassenprojekte\">Bewerbungsvideos<\/a>, in denen sich z.B. Sch\u00fcler selber sehen und gegen\u00fcber einer sozialen Norm rechtfertigen m\u00fcssen. Gut gehen Videos von Sportlern im Trainerkontext, in denen z.B. der Umgang mit einem Ball oder einem Schl\u00e4ger im Zentrum steht. Zwar sind die Akteure abgebildet, aber die Pers\u00f6nlichkeit steht nicht auf dem Spiel, sie ist dezentriert. Entsprechend leicht von der Hand gehen Videos, in denen z.B. nur Finger oder gar die Power-Point-Folien zu sehen sind.<\/p>\n<p>Und was ist mit der Bereitschaft, Videokommentare zu erstellen? Ich dachte erst, dass die Bereitschaft zur Kommentierung in einem inversen Verh\u00e4ltnis zur Selbstzentrierung steht. Aber das ist Quatsch. Erkl\u00e4rvideos werden kommentiert und auch eigene Vortragsvideos werden kommentiert, nur: Man muss gut darauf achten, dass die Inhalte etwas mit den Personen zu tun haben, die kommentieren sollen. \u201eZu tun haben\u201c, die Schweizer sagen \u201ees t\u00f6rnt mich an\u201c. Dieses Ant\u00f6rnen ist aber hier anders gemeint als z.B. bei einem Werbevideo, indem alle Antworten bereits gegeben sind. \u201eAnt\u00f6rnen\u201c im Kontext der Videokommentierung ruft nach Video-Situationen, die zu mir sprechen, mich fordern, die Klappe auf zu machen, mit Fragen, Antworten, Widerspruch, Zustimmung. Mich mit den Videosituationen \u201ein ein (reflexives) Sprachverh\u00e4ltnis\u201c zu setzen, alleine oder mit anderen, darum geht es und deshalb hat Social Video Learning auch viel mit Bildung zu tun. Zumindest potenziell.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kern unserer Arbeit bei Ghostthinker besteht darin, Menschen in Bildungsorganisationen (insbesondere Sport) f\u00fcr \u201eSocial Video Learning\u201c zu begeistern und ihnen bei der tats\u00e4chlichen Umsetzung zu helfen, kurz: dass sie Videos drehen (auch Videos, auf denen sie selber zu sehen sind), dass sie Videos kommentieren (kommentieren hei\u00dft interpretieren) und dass sie Videokommentare von anderen kommentieren  [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-9026","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/didaktikbuero.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9026","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/didaktikbuero.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/didaktikbuero.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/didaktikbuero.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/didaktikbuero.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9026"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/didaktikbuero.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9026\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9336,"href":"https:\/\/didaktikbuero.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9026\/revisions\/9336"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/didaktikbuero.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9026"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/didaktikbuero.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9026"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/didaktikbuero.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9026"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}