{"id":9065,"date":"2015-11-28T00:00:00","date_gmt":"2015-11-27T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frank-vohle.de\/?p=9065"},"modified":"2018-08-31T20:04:07","modified_gmt":"2018-08-31T19:04:07","slug":"wie-wollen-wir-leben-sagen-wir-2030","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/didaktikbuero.de\/?p=9065","title":{"rendered":"Wie wollen wir leben, sagen wir 2030?"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\"><img class=\"lazyload\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin-left: 7px; margin-right: 7px;\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27318%27%20height%3D%27104%27%20viewBox%3D%270%200%20318%20104%27%3E%3Crect%20width%3D%27318%27%20height%3D%27104%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"\/wp-content\/uploads\/archive\/gold.png\" alt=\"\" width=\"318\" height=\"104\" \/>Vorgestern abend war ich auf Einladung von <a href=\"http:\/\/www.macromedia-fachhochschule.de\/hochschule\/menschen\/professoren\/personendetails\/vita\/hebbel-seeger.html\">Andreas Hebbel-Seeger<\/a> in der Macromedia Hochschule hier in Hamburg. Geboten wurde der Film \u201e<a href=\"http:\/\/www.gold-derfilm.de\/\">GOLD: Du kannst mehr als du denkst.<\/a>\u201c Der Film kam schon 2013 in die Kinos und erz\u00e4hlt die Geschichten dreier behinderter Sportler. An sich geht es nur um eine Geschichte, n\u00e4mlich die, wie Sport unser Leben ver\u00e4ndert. Im Anschluss hatten wir die M\u00f6glichkeit, mit einem der drei Autoren zu sprechen, klasse!<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Ich habe mich auf den Film sehr gefreut, wahrscheinlich, weil mir 2013 <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/hamburg\/article205442489\/Der-Kampf-des-Marathonmanns-Thomas-Beyer.html\">Thomas Beyer <\/a>diesen sehr ans Herz gelegt (und ich es immer noch nicht getan hatte) hat und weil sich hier offenbar jemand vorgenommen hatte, die Kernidee des Sports, das \u201e\u00dcber-sich-Hinauswachsen\u201c einzufangen. Seit der Lekt\u00fcre von Sven <a href=\"https:\/\/www.zu.de\/veranstaltungen\/2014\/wissen-ecs-public-lecture-sven-gueldenpfennig-26-11-2014.php\">G\u00fcldenpfennigs<\/a> B\u00fcchern ist mir das bewusst(er) und ich freute mich darauf, diese Kernidee durch die Brille der Behinderung anzuschauen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Ich kann also gar nicht sagen, was es war, das mich w\u00e4hrend und nach dem Film stutzen lie\u00df. Hatte ich nicht gerade gesehen, wie drei Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen ihre k\u00f6rperlichen Handicaps scheinbar hinter sich lie\u00dfen? Der blinde L\u00e4ufer, der im Zieleinlauf seinen Guide hinter sich herzog (nicht umgekehrt!), die gel\u00e4hmte Schwimmerin, die wie ein Pfeil durchs Wasser schoss, der Mann ohne Beine, der zur raschen Fortbewegung seinen highspeed-Roller oder seine H\u00e4nde benutzte und dabei nie Zweifel an seiner Ganzheit lie\u00df. Es war nur eine Kleinigkeit, die mich st\u00f6rte: Die Geschichten wurden vor dem Hintergrund eines Rehabilitationszwecks erz\u00e4hlt, d.h. Sport wurde hier f\u00fcr die (mentale) Genese in Anspruch genommen: Und genau dieses Moment widersprach dem Kernkonstrukt der Selbstzweckhaftigkeit, einem Definitionsmerkmal meines (bisherigen) Sports.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Aber darum ging es im Nachgang des Films, im Gespr\u00e4ch mit Autor\/Produzent&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.parapictures-film-production.com\/parapictures\/Team.html\">Andreas F. Schneider<\/a>, nicht mehr. Vielmehr redeten wir \u00fcber das, was der Sport generell f\u00fcr Gesellschaft und humane Existenz beitragen k\u00f6nne. Sein Film wolle ja genau dieses Potenzial zum Ausdruck bringen: Finde das \u201eGold\u201c in dir, das dich alle Grenzen \u00fcberwinden l\u00e4sst. Sport in diesem Sinne ist Bewusstseinsarbeit im Medium der k\u00f6rperlichen&nbsp; Bewegung.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Dann ging es ganz schnell um ein Thema, das alle Hamburger (nicht nur die) umtreibt: Das <a href=\"http:\/\/www.hamburg.de\/olympia-referendum\/\">Referendum<\/a> am Sonntag, das Ja oder Nein zu Olympischen Spielen in Deutschland. Andreas F. Schneider zeigte nun auf einen Punkt, der mir neu war: Im Zuge eines Zuschlags ginge es eben nicht nur darum, \u201eStadien und Br\u00fccken\u201c f\u00fcr den Sport zu bauen, sondern im Rahmen eines Projekts zur Stadtentwicklung zu zeigen, wie \u201ewir in Zukunft zusammenleben wollen\u201c: Junge und Alte (10% unser Gesellschaft wird 2050 \u00fcber 80 Jahre alt sein), unterschiedliche Nationen und Sprachen, Behinderte und Nicht-Behinderte. Unterm Strich ginge es darum, durch das Hamburger Brennglas der ganzen Welt zu zeigen, wie man <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/hamburg\/article205794021\/Inklusion-zentraler-Bestandteil-der-Olympia-Planung.html\">Inklusion<\/a> zu Ende denken kann. Die Olympischen Spiele sind in diesem Zusammenhang Bedingung der M\u00f6glichkeit (1 Milliarde Euro Investition) und der Sport eine Metapher f\u00fcr eine Kultur der \u201eBer\u00fchrung\u201c.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Bum! Andreas hatte mein kleines Kartenhaus gesprengt. Zwar wusste ich bereits von der <a href=\"http:\/\/www.hamburg.de\/contentblob\/3115782\/data\/2011-09-29-bis-bt-zukunftskommission-sport.pdf\">Dekadenstrategie 2020<\/a>, aber mir war dieser gro\u00dfe Bogen von Sport-Ber\u00fchrung-Inklusion mit der Leitfrage: Wie wollen wir leben? bei all dem kleinteiligen Alltagsgesch\u00e4ft abhanden gekommen. Danke dir Andreas!<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Und Sonntag? Dann denken wir dar\u00fcber nach, wie wir leben wollen.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorgestern abend war ich auf Einladung von Andreas Hebbel-Seeger in der Macromedia Hochschule hier in Hamburg. Geboten wurde der Film \u201eGOLD: Du kannst mehr als du denkst.\u201c Der Film kam schon 2013 in die Kinos und erz\u00e4hlt die Geschichten dreier behinderter Sportler. 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