{"id":9433,"date":"2018-09-23T12:55:54","date_gmt":"2018-09-23T11:55:54","guid":{"rendered":"https:\/\/frank-vohle.de\/?p=9433"},"modified":"2018-09-23T12:55:54","modified_gmt":"2018-09-23T11:55:54","slug":"sport-trifft-wirtschaft-wir-suchen-eine-boerse-fuer-soziale-leistung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/didaktikbuero.de\/?p=9433","title":{"rendered":"Sport trifft Wirtschaft: Wir suchen eine B\u00f6rse f\u00fcr soziale Leistung"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-9432 alignleft\" src=\"https:\/\/frank-vohle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/sinnt-300x129.png\" data-orig-src=\"https:\/\/frank-vohle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/sinnt-300x129.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"129\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27129%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20129%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27129%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/didaktikbuero.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/sinnt-300x129.png 300w, https:\/\/didaktikbuero.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/sinnt-768x330.png 768w, https:\/\/didaktikbuero.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/sinnt-1024x440.png 1024w, https:\/\/didaktikbuero.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/sinnt.png 1362w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Am Freitag war ich auf dem <a href=\"https:\/\/cdn.dosb.de\/user_upload\/Frauen_und_Gleichstellung\/Programm_DOSB-Konferenz.pdf\">DOSB-Kongress 2018<\/a>, der sich dem Thema Personalentwicklung widmete. Als Keynote waren eingeladen: der Direktor der F\u00fchrungsakademie (Herr Scheibe) sowie die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Personal von Procter &amp; Gamble (Frau Buschhoff), die beide \u00e4u\u00dferst unterschiedlich gesprochen und pr\u00e4sentiert haben.<\/p>\n<p>Ich habe mir die beiden Impulsreferate mit Gewinn angeh\u00f6rt, gerade weil sie so verschieden in ihrer Form und ihrem Inhalt waren: Scheibe hat uns in ein klassisches Personalentwicklungsinstrument eingef\u00fchrt und verdeutlichte seine Botschaften mit instruktivem Text im Rahmen einer klassischen PowerPoint-Pr\u00e4sentation. Frau Buschhoff w\u00e4hlte einen Ansatz, der auf Sinn, Engagement, Freiraum etc. abstellte, ihre sog. Magneten (vgl. Bild); sie unterst\u00fctze ihre Botschaften mit vielen Bildern und emotionalen Videos aus Agenturhand.<\/p>\n<p>Im Anschluss entspann sich eine Diskussion, die vor allem (aber nicht nur) die \u201eromantische Sicht\u201c \u2013 so die Deutung &#8211; von Frau Buschhoff auf- und angriff: Im Sport mit seiner permanenten Ressourcenknappheit vor allem im Ehrenamt sei eine solche Denke schlecht umzusetzen. Der Vorwurf der mangelhaften Umsetzbarkeit ging auch an Scheibe: Zu wenig w\u00fcrden die Bedingungen des Ehrenamtes gesehen und entsprechend wenig neue Ideen g\u00e4be es \u201espeziell f\u00fcr einen Gro\u00dfteil des Sports\u201c.<\/p>\n<p>Ich teile die Kritik, ohne die Impulse der beiden Keynote-Sprecher zu relativieren; sie bieten gute Ankerpunkte f\u00fcr eine spezifische Personalentwicklung im Sport. Kernpunkt der Herausforderung ist die These, dass ohne \u201eGeld\u201c z.B. keine ehrenamtlichen Vereinsmanager zu gewinnen sind. Das sehe ich anders!<\/p>\n<p>Geld ist ein Mittel der Anerkennung, aber ich denke ein f\u00fcr das Ehrenamt nicht zentrales. Zentral ist vielmehr \u2013 so meine These \u2013, dass die Menschen ganz \u00f6konomisch abw\u00e4gen, ob ein ehrenamtliches Engagement f\u00fcr ihren Lebenslauf \u201en\u00fctzlich\u201c ist. Der Nutzen wird also nicht mehr prim\u00e4r in einem Selbstzweck (Freude an der Sache, Kompetenzerleben, Eingebundenheit) gesehen, sondern in der Frage, ob das Ehrenamt z.B. bei der Bewerbung in der Wirtschaft hilfreich ist.<\/p>\n<p>Wie w\u00e4re es also, wenn ein Ehren\u00e4mtler aus dem Sport die Dokumentation und Reflexion zu seiner Managementt\u00e4tigkeit in Form eines e-Portfolios der o.g. Frau Buschhoff anschaulich zeigen k\u00f6nnte? Was w\u00e4re, wenn Frau Buschhoff in einem Vorstellungsgespr\u00e4ch sagen w\u00fcrde: \u201eSehr interessant, wie Sie mit der multisprachlichen Herausforderung bei der Integration von Fl\u00fcchtlingen in Ihrem Verein auf der Managementebene umgegangen sind!\u201c Was w\u00e4re, wenn Frau Buschhoff den jungen Ehren\u00e4mtler u.a. wegen seines e-Portfolios im Bereich \u201eDiversity\u201c einstellen w\u00fcrde?<\/p>\n<p>Und weiter: Was w\u00e4re, wenn der DOSB alle \u201eBuschhoffs\u201c aus Deutschland f\u00fcr ein Projekt gewinnen k\u00f6nnte, in dem Wirtschaft und Ehren\u00e4mtler via e-Portfolios zusammengef\u00fchrt w\u00fcrden, wo man die Zeitinvestition im Ehrenamt f\u00fcr eine bessere Bewerbungssituation, quasi als eine \u201eneue soziale W\u00e4hrung\u201c, nutzen k\u00f6nnte (vgl. Social Return on Investment)!<\/p>\n<p>Ich bin mir sicher: Es g\u00e4be einen Run auf das Ehrenamt, wo es ja Sinn, Engagement, Freiraum, Diversit\u00e4t und authentische Kultur zu Hauf gibt, also all das, was Buschhoff als Kern der neuen Personalf\u00fchrung (vgl. auch <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=29IoGFD86QM\">neue Arbeit<\/a>) definiert hatte. W\u00e4ren in diesem skizzierten Sinne gebildete Ehren\u00e4mtler nicht die besten Botschafter f\u00fcr ein Personalf\u00fchrungsprogramm, das auf die f\u00fcnf \u201eMagneten\u201c setzt?<\/p>\n<p>Also: Raus aus der Kein-Geld-Jammerei und in die Vollen gehen: Kein Geld, daf\u00fcr gibt\u2019s Sinnarbeit! F\u00fcr diese W\u00e4hrung muss es jetzt nur eine B\u00f6rse geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Freitag war ich auf dem DOSB-Kongress 2018, der sich dem Thema Personalentwicklung widmete. 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